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Hiroshima

Friedenspark, -museum und Atombombendom

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Der 6. August 1945 war wohl mit einer der tragischsten Tage in der Geschichte der Menschheit und hat Hiroshima zu einer Bekanntheit verschafft, die es so nicht gebraucht haette.
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Mit der Strassenbahn bin ich am Morgen bis zur Genbaku-Dome-Mae gefahren wodurch ich quasi direkt vor dem Atombombendom stand. Der Dom gilt als weltweites Mahnmal gegen atomare Waffen und wurde 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert. Es ist ziemlich beeindruckend, wie "gut" er noch erhalten ist und man kann sich ansatzweise das Ausmass der damaligen Zerstoerung vorstellen.
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Vom Atombombendom gelangt man unmittelbar in den 1960 fertiggestellten Friedenspark in dem sich verschiedene Mahnmale, Gedenkstaetten und Museen befinden. Im Mittelpunkt des Parks steht ohne Zweifel der Cenotaph unter dem sich eine Truhe befindet mit den Namen der Opfer die damals gestorben sind und heute noch an den Spaetfolgen sterben. Der Bogen verlaeuft auf einer geraden Linie, weshalb man bei einem Blick durch den Cenotaph genau den Atombombendom sieht. Direkt dahinter befindet sich ein grosses Becken mit Wasser, um den Schrei der Ueberlebenden nach Wasser zum Ausdruck zu bringen. Aus diesem Grund ist Wasser mit ein zentrales Thema in der gesamten Anlage.
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Ein weiteres Gedenkmonument ist das fuer die Kinder, die beim Abwurf der Atombombe ums Leben gekommen sind. Hier findet man auch unendlich viele Papierkraniche, welche die Geschichte der Schuelerin Sadako wiederspiegeln. Das Maedchen war in Folge der Strahlung 1954 an Leukaemie erkrankt und glaubte, wenn sie 1000 Papierkraniche faltet wieder gesund zu werden. Den genauen zeitlichen Ablauf kann man im Friedensmuseum einsehen, wo auch einige der Kraniche ausgestellt werden, die sie gefaltet hat. Im Verlauf der Krankheit sind diese immer kleiner geworden, aufgrund der Schwaeche, sowie des teuren Origami-Papiers und innerhalb von acht Monaten war Sadako der Krankheit erlegen. Bis dato hatte sie 644 Kraniche gefertigt und als Symbol fuer Frieden und Hoffnung bringen die Menschen immer neue Papierkraniche mit in den Park und haengen sie dort auf.
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Unweit des Cenotaph befindet sich das Friedensmuseum, was im Vergleich zu seiner Groesse mit einem Eintritt von 80 Yen wirklich guenstig ist. Abgesehen davon allerdings sollte man dies wirklich besuchen, denn hier werden die Geschehnisse vor und nach dem Atombombenabwurf sehr detailreich, anschaulich, wissenschaftlich und mit vielen Hintergrunderklaerungen dargestellt. Man erfaehrt genau, warum Hiroshima das Ziel des Abwurfs wurde und welche Folgen daraus resultierten. Zudem dokumentiert das Museum alle Kernwaffeneinsaetze von damals bis heute und erklaert die Folgen von solchen Waffen um dagegen anzukaempfen.

Das schlimmste und unangenehmste im Museum ist die Ausstellung zu den verstorbenen Kindern. Dort finden sich Kleidungsstuecke, Haare, Naegel, Haut und weitere Dinge mit der jeweiligen Erklaerung, zu wem es gehoert und Worten der Angehoerigen was damals passiert ist. Bereits bei dem ersten Ausstellungsstueck konnte ich meine Traenen nicht mehr zurueckhalten, womit ich nicht die Einzigste war. Eine Vitrine beispielsweise enthaelt ein Dreirad von einem kleinen Jungen, der damit gefahren ist, als die Atombombe explodierte. Die Eltern beerdigten ihn mit eben diesem, da es sein liebstes Spielzeug war und es wurde nach einigen Jahren wieder herausgeholt und dem Museum gestiftet.

An den Kleidungsstuecken laesst sich selbst heute noch erkennen, wo sie vom Blut verfaerbt wurden und das aelteste Kind war gerade einmal 15! Auf den Besuch sollte man sich also gefasst machen, denn das wird kein Zuckerschlecken und spaetestens als ich an den konservierten Gliedmassen angekommen war, habe ich mich relativ schnell zum Ausgang begeben.

Fuer mich steht nach diesem Besuch fest, dass der Mensch grausamer ist als jedes andere Lebewesen.

Nachdem ich die ganzen Dinge etwas verdaut hatte, bin ich abends mit meinen neuen Zimmergenossen (Brasilianer und Thailaenderin) das erste mal Okonomiyaki essen gewesen, was eine Spezialitaet Hiroshimas ist. Im Grunde ist das eine Art Crepe nur dicker und wird mit Gemuese, Fleich, Nudeln oder anderen Sachen bestueckt. Grundzutaten sind allerdings immer Kohl, Wasser, Mehl, Ei und Dashi (japanischer Fischsud). Die Besitzer haben fuer uns drei unterschiedliche Okonomiyaki zubereitet, die wir dann aufteilten und somit von jedem probieren konnten. Ein wahres Geschmackserlebnis, das man nicht missen sollte!

Stephi

Eingestellt von Janima 15:30 Archiviert in Japan

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